Trennbankenordnung. Herkunft und aktuelle Perspektiven 

Eine Trennbankenordnung zielt auf die Trennung der verschiedenen Ge­schäftsbereiche von Banken, zumeist als Abspaltung des Investmentbanking vom normalen Kunden-Kreditgeschäft. Auch eine Ausgliederung des Geldservice und Zahlungsmanagements aus dem Kreditgeschäft gehört hierher. Daraus entstehen Trennbanken oder Spezialbanken, im Unterschied zu Universalbanken. Es handelt sich um eine Strukturreform des Banken- und Finanzsektors, ohne unbedingt eine Reform der Geldschöpfung zu beinhalten. > weiterlesen.

AbgeordBrücke Richtung Reichstag BrandbgTor.JPG

'Trennbankengesetz' im Finanzausschuss des Deutschen Bundestags 

Die Bundesregierung hat den Entwurf eines Trennbanken-Gesetzes vorgelegt. Der Entwurf folgt jedoch nicht dem historischen US-Trennbankensystem aus den 1930er Jahren, das die Trennung von Geschäftsbanken und Investmentbanken vornahm. Ebenso wenig folgt er den Empfehlungen der  Britischen Independent Commission on Banking. Vorgabe ist vielmehr der  EU-Liikanen-Report. Fast alle Mitglieder dieser Kommission sind Bankenvertreter. Herausgekommen ist keine Trennbankenordnung, sondern eine verwässerte Variante der Volcker-Regel. Diese will den Eigenhandel der Banken ausschließen bzw ausgliedern.
> weiterlesen 

Leises Ende eines großen EU-Projekts

so lautete der Bericht in der FAZ vom 27 Okt 2017 zur klammheimlichen Ad-acta-Legung des schon verabschiedet geglaubten Trennbankengesetzes der EU. Finanzkommissar Barnier hatte den Entwurf im Januar 2014 vorgelegt und die EU-Finanzminister hatten ihn im Juli 2015 gebilligt, Jedoch zerstritten sich die Parlamentsfraktionen. Die Konservativen wollten das Gesetz nicht, den Sozialdemokraten ging die Vorlage nicht weit genug. Damit war die Sache dauerhaft blockiert und die EU-Kommission zog die Vorlage nun zurück. Begründung: Man habe ja nun Basel III (erhöhte Eigenkapital- und Liquiditätsvorschriften für die Banken), und damit sei das Thema erfolgreich bearbeitet. Welch finaler Irrtum!