Beiträge zur Geldsystemanalyse

Zur Funktionsweise des Giralgeldregimes (fraktionales Reservebanking) hier die vom Verein Monetative herausgegebene Broschüre, Kapitel 1

> Die Vollgeldreform - Gründe, Umsetzung, Folgen
sowie
> FAQs zur Funktionsweise des bestehenden Geldsystems

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In drei kurzen Beiträgen der Kundenzeitschrift der Freien Gemeinschaftsbank Basel erläutert Jean-Marc Decressonnière, Mitglied der Geschäftsleitung, genau und verständlich wie Banken Giralgeld schöpfen, wie sich das Giralgeld der Banken und das Zentralbankgeld hierbei zueinander verhalten, welche Funktion Bankeinlagen haben, und wie Giralgeld schließlich wieder gelöscht wird.  
 Geldschöpfung aus dem Nichts?  transparenz, Nr.72, Aug 2016, 6-10. 
Banken als Organe der Geldschöpfung und Geldvernichtung, transparenz, Nr.73, März 2017, 15-19.  
Bedingungen und Grenzen der Geldschöpfung durch die Geschäftsbanken, transparenz, Nr.74, Sep 2017, 9-14. 

• Johann Walter, Theoretische, politische und praktische Aspekte einer Vollgeldreform, Zeitschrift für Sozialökonomie, Nr. 194-195, 2017, 3-10.  

• Eberhard Gamm, Geld - eine Einführung, 22 S.

• Horst Seiffert, Kooperative Giralgeldschöpfung - die geheime Macht der Banken, 3-seitige Kurzfassung aus seinem Buch, Nov 2012.

• Mathias Binswanger hat für die Aargauische Kantonalbank auf 56 Seiten dargelegt
> Wie Banken Geld schaffen.

Erhellende Umfrage zum Thema Geldschöpfung

Eine repräsentative Umfrage in der Schweiz hat markante Ergebnisse pro Vollgeld erbracht: drei Viertel der Befragten glauben irrtümlich, das Geld werde von der Regierung oder der Zentralbank in Umlauf gebracht. Befragt, ob eine öffentliche Institution oder private Banken das Geld schöpfen sollten, entscheiden fast 80% für die öffentliche Institution. Wäre darüber abzustimmen, dass allein die Schweizerische Nationalbank Geld schöpfen darf, während dies den Banken künftig untersagt wäre, würde eine deutliche absolute Mehrheit dafür stimmen.
Die Befunde wurden im Rahmen der Masterarbeit von S. Nietlisbach an der Universität Zürich erhoben. > Die Befunde im Genaueren hier. > Die Masterarbeit hier.

• Paul Schreyer hat Finanzpolitiker des Deutschen Bundestags befragt. Ob sie wirklich so ahnungslos sind? > Der Bundestag und das Geldsystem , Telepolis, 31 Mai 2016.
 

Die Bundesbank bringt ihre Geldsystemtheorie auf Vordermann: wie die Giralgeldschöpfung der Banken vonstattengeht  

Die Bundesbank hat einen längst fälligen Schritt getan. In einem Beitrag im Monatsbericht April 2017 wird zusammenhängend und zutreffend erläutert, wie die Banken pro-aktiv Giralgeld schöpfen (Guthaben auf Girokonten) und wie die Zentralbank bei Bedarf diese Guthaben nachträglich refinanziert.

Gleichwohl bleiben einige wichtige Aspekte in diesem Artikel ausgeblendet, darunter die extreme Fraktionalität (Bruchteiligkeit) der noch nötigen Banken-Refinanzierung. Ebenso hält der Artikel an der Fiktion einer wirksamen Leitzinspolitik fest, was zu den Feststellungen des Artikels freilich nicht mehr so recht passen will.

Ungeachtet dessen (siehe nachstehende Links) stellt die Publikation der Bundesbank einen willkommenen Beitrag dar, um die diesbezüglich gänzlich verstaubten orthodoxen Lehrtexte ein Stück weit auf die Höhe der Zeit zu bringen.

Hier der Bundesbankartikel als PDF >  Die Rolle von Banken, Nichtbanken und Zentralbank im Geldschöpfungsprozess, S.15-33 in Bundesbank Monatsberichte, 69. Jg, Nr. 4, April 2017.    
Hier als PDF ein kurzer > Kritischer Kommentar zu diesem Artikel.   

Dirk Ehnts, Bard College Berlin, hat sich ebenfalls zu dem Bundesbank Artikel geäußert > Die Bundesbank erklärt den Geldmultiplikator für falsch und das Geld aus dem Nichts für richtig, ökonomenstimme, 16.5.2017. 
Christian Müller, Jacobs University Bremen, hat darauf mit folgendem Beitrag reagiert > Von Nichts kommt nichts - auch nicht Geld, ökonomenstimme, 18.5.2017.
was Ehnts zu folgender Replik veranlasste > Das Geld und das Nichts, ökonomenstimme, 23 Mai 2017.   

Michael Schemmann, gelernter Bankkaufmann und Professor für Finanz- und Rechnungswesen, hat als Reaktion auf die Bundesbank-Veröffentlichung gleich eine 94seitige Broschüre verfasst, worin er insb. die Buchungspraxis der Banken im Giralgeldregime aufs Korn nimmt > Offenbarungseid der deutschen Bundesbank. Kritik am Aufsatz über die Rolle von Banken, Nichtbanken und Zentralbank im Geldschöpfungsprozess, IICPA Publications, Juni 2017   

In einem Anhang zu o.g. Artikel erklärt die Bundesbank, warum sie von einer 100%-Reserve nichts hält. Näheres dazu im Menu  Kritik und Gegenkritik > 

Die Bank von England hatte zuvor schon Klartext geredet:

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten hat eine Zentralbank - die Bank of England (BoE) - in einem offiziellen Dokument 2014 erklärt,
- dass Banken pro-aktiv Giralgeld erzeugen ungeachtet ihrer Zentralbank-Reserven
- dass Banken dazu keine Einlagen benötigen und sie diese auch nicht verwenden können
- dass die Zentralbanken die Geldmenge nicht kontrollieren. Dazu oben ein Video der BoE.

Ein Artikel im Quarterly Bulletin der BoE, 2014 Q1, behandelt das selbe Thema > Money Creation in the Modern Economy.
David Graeber kommentiert den BoE-Artikel im Guardian, 18 March 2014,
The truth is out >
Das BoE Papier ist ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch lässt die BoE einige wichtige Aspekte der Giralgeldschöpfung und Geldpolitik immer noch außen vor:
- das (fraktionale) Zusammenspiel von Reserven und Giralgeld wird nicht erklärt
- die Erzeugung von Giralgeld beim Erwerb von Wertpapieren und Immobilien durch Banken bleibt unerwähnt
- jegliche Geldnachfrage wird unhinterfragt hingenommen, egal wie hoch und ungeachtet dessen, ob das Geld in realwirtschaftliche oder rein finanzwirtschaftliche Zwecke fließt
- die Zinspolitik der Zentralbanken (Leitzinspolitik) wird als wirksames Instrument der Inflationskontrolle hingestellt (was fraglich ist)
- Asset Inflation (Mengen- und Preisblasen von Finanzanlagen) werden nicht als Gegenstand der Geldpolitik anerkannt.

im Gespräch mit Manuela Zimmer - tendirectionsmedia - über die Funktionen und Fehlfunktionen des bestehenden Giralgeldsystems.

"Mit dem bestehenden Kreditgeldsystem ist das so: Wenn niemand Schulden machen würde, gäbe es überhaupt kein Geld."  -  Marriner S. Eccles, Ehemaliger Vorsitzender der Federal Reserve.

"Es ist eine naive Annahme, Banken würden erst dann Kredit vergeben, nachdem die Zentralbank den Banken Reserven bereit gestellt hat. In Wirklichkeit vergeben die Banken Kredit, schaffen damit Giralgeld, und kümmern sich um die Reserven erst später.' -
Alan Holmes, Vice President New York Federal Reserve, 1969.

Aus Blogs und Printmedien

Thomas Mayer erklärt im Interview, warum wir eine Geldreform brauchen > Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank fordert Systemwechsel, Wallstreet Online, 14 Okt 2014.
Zuvor schon verlangte er> Macht unser Geld sicher!  in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Nr. 8, 23 Feb 2014, S. 34. 

Beate Krol erklärt im SWR2, 6 März 2014, wie Geld entsteht
> Wer erschafft das Geld? Alternativen zur Bankenmacht
> Sendung zum Lesen

Mathias Binswanger über > Die Magie der Geldschöpfung, Die Weltwoche, Heft 41, 15 Okt 2013.

Dirk Niepelt, VWL Prof in Bern und Direktor des Studienzentrums Gerzensee der Schweizerischen Nationalbank, schreibt in Finanz und Wirtschaft vom 19 Juni 2013 über > Geld und Banken und wie Vollgeld die Finanzstabilität stärken könnte

•  Money and BankingTopical articles review, compiled by Michael Schemmann, Professor of Banking and Public Accounting, US International Institute of Certified Public Accountants.

Die meisten Menschen wissen nicht, dass die Banken ihr eigenes Geld in Umlauf bringen, und dass dieses Giralgeld je nach Land 85-97% des gesamten Geldes ausmacht. Die Mehrheit befragter Personen in 20 Nationen hat stattdessen eine klare Präferenz für staatliches Geld bzw Zentralbankgeld. Das ergab eine repräsentative  > internationale Umfrage der Organisationen Motivaction und Sustainable Finance Lab, Universität Utrecht.

30 Min Einführungsvideo von Lino Zeddies zu Vollgeld im Vergleich mit dem bestehenden Geldsystem. 

Interview von Speaker's Corner mit Prof Joseph Huber anlässlich der Konferenz der Ludwig von Mises Gesellschaft, München Okt 2016.

Marshall Mc Luhan

Marshall Mc Luhan

Nach Marshall McLuhan ist Geld eines der Geheimnisse, das nicht geschützt werden muss, da es durch Ungläubigkeit geheim gehalten wird.

Video von Positive Money mit deutschen Untertiteln zu Geldschöpfung und Geldsystem 

Der Pakt des Faust mit Mephisto hat bei Goethe viel mit Papier- bzw Giralgeldschöpfung 'aus dem Nichts' zu tun. E.Gamm hat dazu einen fröhlichen Sketch geschrieben:
" ... Drum hab' ich mich der Magie ergeben,
ob mir durch Geistes Kraft und Mund
des Geldes Rätsel würde kund.
Dass ich erkenne, wie das Geld
in Knechtschaft führt die ganze Welt. ..."

> weiterlesen. 
 

Vollgeld statt Giralgeld. Zur Funktionsweise und den Problemen des bestehenden Giralgeldregimes. Vollgeld als Lösungsansatz.

'Jeder Kredit oder Kauf einer Bank erzeugt Giralgeld, und jede Kredittilgung oder Verkauf einer Bank löscht solches Giralgeld.'
Reginald McKenna, Former British Chancellor of the Exchequer and Chairman of the Midland Bank, 1924. 
 


Teil 2 von 5